Land- und Forstwirtschaft | Jacobsschafe

Jacobsschafe
Der Ursprung des Jacobs- oder Vierhornschafes ist nicht genau bekannt. Eine Vermutung ist, dass dieser in Mesopotamien (im heutigen Irak) liegt, da die Jacobsschafe eine nahe Verwandtschaft zu den Schafen im Mittleren Osten aufweisen.

Ihren Namen haben sie der Legende nach aus der Erzählung im 1. Buch Mose 30, 27-43, wo erzählt wird, wie Jacob und Laban die Schafsherde teilen und Jacob die gefleckten Schafe bekommen sollte. Jacob benutzte eine List, indem er die Elterntiere in den Tränkrinnen empfangen ließ, wo er geschälte Stäbe mit weißen Streifen von grünen Pappelbäumen, Haseln und Kastanien (Baumart je nach Bibelübersetzung) hineinlegte. Dadurch wurden die Lämmer gesprenkelt, gefleckt oder bunt.

Die ersten Herden wurden von spanischen und portugiesischen Einwanderern nach England gebracht, die dort die Zucht aufnahmen. In Deutschland wurden sie in barocken Schloss- oder Gutsgärten gehalten, als dekorative und wirkungsvolle Rasenmäher.

Besondere Merkmale dieser Rasse sind ihre Hörner. Es gibt zwei-, vier- und bis zu sechshörnige Tiere sowie Tiere ohne jegliche Hörner. Des Weiteren ist zu beachten, dass die Hörner hohl sind und bei fester Berührung abfallen und nicht nachwachsen. Ihre markante Wolle zeichnet sich dadurch aus, dass sie auf weißem Grund schwarze und braune Flecken trägt. Die Farbe der Wolle war früher sehr beliebt. Die Weber brauchten sie nicht zu färben, da die natürliche Farbe sehr prägnant ist.

Ferner ist diese Schafsrasse nicht nur zur Mast gedacht, da sie viel kleiner und zierlicher ist als das gewöhnliche Schaf. Der von Witzleben'sche Gutsbetrieb nahm die Zucht ca. 1970 auf. Die Tiere werden zur Zierde und des Artenschutzes wegen sowie als Rasenmäher gehalten. Die Jacobsschafe zählen zu einer aussterbenden Haustierrasse. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden mehrfach zur Verjüngung des Stammes Jacobsschafe aus der von Heimendahl'schen Gutsverwaltung und anderweitig hinzu erworben.

Jährlich werden im Frühjahr Lämmer geboren, durchschnittlich ein bis zwei pro Muttertier. Die Hörner sind gleich nach der Geburt sichtbar. Die Lämmer werden in den ersten Monaten von der Mutter gesäugt, danach beginnen sie mit der selbstständigen Nahrungsaufnahme. Die Nahrung besteht aus Gras, in den Wintermonaten aus Heu und Trockenfutter. Die Alttiere werden jedes Frühjahr von einem Schafsscherer geschoren. Lämmer und auch Muttertiere sowie die jährlich anfallende Wolle können von Liebhabern erworben werden.

In Deutschland - wie auch europaweit - gibt es eine sehr geringe Zahl von Jacobsschafszüchtern, und wir sind stolz und glücklich, die Zucht einer so geschichtsträchtigen Rasse aufrecht zu erhalten.
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