Land- und Forstwirtschaft | Nachhaltige Forstwirtschaft

Nachhaltige Forstwirtschaft
Der Gedanke der nachhaltigen Forstwirtschaft prägt die forstliche Nutzung des Huder Gutsbetriebes seit jeher.

Die Idee der Nachhaltigkeit wird bereits bei der forstlichen Nutzung der Zisterziensermönche deutlich. Im 12. und 13. Jahrhundert nahm die Bevölkerungsdichte explosionsartig zu. Dies hatte zur Folge, dass tausende Hektar Wald durch Übernutzung vernichtet wurden.

An dem damaligen Raubbau sowie dem gedankenlosen Umgang mit dieser Rohstoffquelle "Wald" und der dadurch bedingten Zerstörung der Umwelt waren die Zisterziensermönche nicht beteiligt. Im Gegensatz zu der übrigen Bevölkerung stellten sie fortwährende Bemühungen an, um den noch bestehenden Wald zu erhalten. Beispielsweise urbanisierten sie Brach-, Sumpf- und Heideland, um ihr Kulturland zu vergrößern.

Zwar führten auch sie Rodungen durch, allerdings geschah dies im Rahmen sogenannter Holzungsrechte, die in einem Abstand von 20 Jahren erteilt wurden. So konnte eine Nutzung des Waldes gewährleistet werden, ohne seiner Erneuerung entgegenzuwirken.

Diese von den Mönchen beschriebene Forstpolitik erhielt sich über Jahrhunderte und wurde von sämtlichen Abteien praktiziert, was auf Anfänge nachhaltiger Forstwirtschaft hinweist. So befinden sich auch heute noch Waldflächen in der direkten Umgebung ehemaliger Klöster, wie es beispielsweise in Hude oder auch in Ihlow (Nds.) der Fall ist.
Nachhaltige Forstwirtschaft
Zum Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich eine nachhaltige Form der Holznutzung. Dieser Grundsatz der forstlichen Nachhaltigkeit wurde bereits 1713 von Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk über die Nachhaltigkeit manifestiert.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit beinhaltet, den Grundsatz, dem Wald nicht mehr Holzmasse zu entnehmen als gleichzeitig nachwächst. Ziel ist es somit, nachfolgenden Generationen mindestens gleiche, wenn nicht bessere Ressourcen zu überlassen. Diese Verpflichtung gegenüber den zukünftigen Generationen wurde mittlerweile gesetzlich verankert. Das Bundeswaldgesetz (BWaldG) verpflichtet Waldbesitzer dazu, ihre Wälder "ordnungsgemäß und nachhaltig" (§ 11 BWaldG) zu bewirtschaften.

Für die Gutsverwaltung bedeutet "Nachhaltige Forstwirtschaft" früher wie heute, Waldflächen so zu betreuen und zu nutzen, dass sie ihre biologische Vielfalt, Produktivität, Verfügbarkeit und Vitalität behalten. Somit ist die Fähigkeit gegeben, wichtige ökologische, ökonomische und soziale Funktionen, gegenwärtig und in Zukunft zu erfüllen.

Die Gutsverwaltung unterstreicht ihr Bewusstsein gegenüber dem Ökosystem Wald, dadurch dass ihr Forstbetrieb einer geprüften forstlichen Zertifikation unterliegt. Ebenso kann festgehalten werden, dass die Gutsverwaltung im Umgang mit dem unverzichtbaren Roh- und Werkstoff Holz verantwortungsvoll umgeht. Eine Herausforderung für die heutigen Waldbesitzer stellt der Klimawandel dar. Dieser bedroht unsere Wälder zunehmend durch abiotische und biotische Schäden. Von daher ist es das oberste Ziel der Gutsverwaltung auf bisher bewährte und risikoarme Baumarten zurückzugreifen. Zudem gewährleistet eine standortgerechte Baumartenwahl ein vorbeugendes Werkzeug für den Waldschutz.